Aktuell


Internet-Funde

Hier finden Sie Fundstücke aus dem Internet, die zu unserem Thema passen:

Das liebe Geld
Die die sächsische evangelische Landeskirche steht unter hohem Finanzdruck, möchte aber erst recht verantwortlich mit Geld umgehen. Christoph Körner – Pfarrer i. R. und zweiter Vorsitzender der CGW – benennt die Ursache der Geldnot: dass man über Zins und Zinseszins aus bloßem Geld mehr Geld machen kann.
(Der Sonntag, Wochenzeitung für die Evangelisch-Lutherische Kirche Sachsens, 01.07.2010)

"Wir sind systemisch zinskritisch"
Ralf Becker, CGW-Mitglied und Mitinitiator des 9,5 Thesen-Anschlags an der Frankfurter Paulskirche, hatte ein sehr interessantes Interview durch die Islamische Zeitung. Möge solche Aufgeschlossenheit gegenüber dem Thema Zins bei den christlichen Medien Schule machen.
(Islamische Zeitung, 23.12.2009)

Familie und Freunde sind wichtiger als ein dickes Konto
Rückblick auf die Veranstaltung am 30.10.2009 in Wolfratshausen: "Weg vom Zins- und Zinseszins-Denken" lautete das Credo des Podiums. Bei Martin Luther galt jeder, der mehr Geld zurücknahm, als er gab, als Wucherer, sagte Professor Geitmann, Ehrenvorsitzender des Vereins "Christen für gerechte Wirtschaftsordnung". Pfarrer Gruber warb für zinslose Darlehen, zumindest im Freundes- und Bekanntenkreis."
(Münchner Merkur – Lokales Wolfratshausen, 01.11.2009)

Ein (zinsloser) Kredit von Kirche zu Kirche
"Damit Geld dient und nicht regiert – Christen für eine gerechte Wirtschaftsordnung" lautet das Motto eines Gesprächsabends, zu dem die St.-Michael-Kirchengemeinde in Wolfratshausen ausgerechnet am Weltspartag (Freitag, 30. Oktober, ab 19 Uhr im evangelischen Gemeindehaus) einlädt. ... Mit einem zinslosen Darlehen an die Gemeinde Holzkirchen und mit der Veranstaltung will der Wolfratshauser Pfarrer die Menschen im Umgang mit Geld zum Nachdenken anregen.
(Münchner Merkur – Lokales Wolfratshausen, 16.10.2009)

"Wir haben noch nicht alles erreicht" Christian Führer gründet eine Revolutions-Stiftung
"Es gibt immer noch diesen Globalkapitalismus mit den ewig gleichen Antworten einer vergehenden Epoche. Die Banken machen schon wieder so weiter wie vorher. Das System ist wahrscheinlich heute ebenso unbelehrbar wie der Sozialismus damals nicht reformierbar war. Auch damals hat niemand geglaubt, dass Veränderung gelingt. Heute kann sie wieder gelingen." (Christian Führer war Pfarrer an der Nikolaikirche in Leipzig und Mitinitiator der Friedensgebete, aus denen sich 1989 die Montagsdemonstrationen entwickelten.)
(Der Tagesspiegel, 09.10.2009)

"Als Christen wagen wir zu hoffen"
Aus der Abschlussbotschaft der Vollversammlung der "Konferenz Europäischer Kirchen" (CEC): Im Hinblick auf die Finanz- und Wirtschaftskrise wurde in Lyon die Einsicht verlangt, dass "es Zeit ist für eine neue Wirtschaftsordnung". Man müsse die Welt erinnern, dass die Wirtschaft auf "ethischer Verantwortung und Umweltverträglichkeit" zu basieren hat, heißt es in der gemeinsamen Botschaft der Repräsentanten reformatorischer, orthodoxer, anglikanischer und altkatholischer Kirchen weiter.
(kathweb – Katholische Presseagentur Österreich, 23.07.2009)

Die Finanzmarktlobby braucht eine zivile Gegenmacht

Sven Giegold, Mitglied des Europäischen Parlaments, schreibt in seinem Aufruf für eine "Financial Watch":

In meinem ersten Jahr im Europaparlament und bei der Beschäftigung mit der Finanzkrise ist mir noch einmal die Macht der Lobby sehr deutlich in der Praxis vor Augen geführt worden. Aber anders als beispielsweise im Umwelt- oder Menschenrechtsbereich fehlt uns in Brüssel auf dem Feld der Finanzmarktpolitik bisher der zivilgesellschaftliche Gegenpol zu den organisierten Interessen der Banker und Broker.

Deswegen habe ich mich sehr gern der Initiative meines geschätzten Fraktionskollegen Pascal Canfin MdEP (Les Verts, Frankreich) angeschlossen, der Banken- und Börsenlobby mit einem Aufruf an die Europäische Zivilgesellschaft zur Gründung einer oder mehrerer Nicht-Regierungsorganisationen für eine effiziente und gerechte Regulierung und Aufsicht das dringend benötigte Gegengewicht zu schaffen.

Erfreulicherweise ist es Pascal, anderen KollegInnen und mir gelungen, dazu eine breite parteiübergreifende Unterstützung im Wirtschafts- und Währungsausschuss (ECON) des Europäischen Parlaments zu finden.

Unterzeichnet haben neben uns Grünen die Ausschuss-KoordinatorInnen der Fraktionen von EPP (Konservative), S & D (Sozialdemokraten), ALDE (Liberale) und GUE-NGL (Linkssozialisten).

Jetzt bitte ich Euch um Mithilfe: macht diesen Appell bekannt, unterstützt ihn mit Eurer Unterschrift und leitet ihn weiter.

Besonders schön wäre es, wenn Ihr den Aufruf an die Bundes- und Landtagsabgeordneten aus Eurer Region weitersendet. Den Text des Aufrufs in verschiedenen Sprachen, die Liste der Erstunterzeichnenden, weitere Informationen und die Möglichkeit, selbst mit zu zeichnen, findet Ihr unter:

www.finance-watch.org

Bitte beteiligt Euch und helft mit, das Casino unter demokratischeKontrolle zu bekommen!

Die CGW schließen sich dem Aufruf an jedermann und -frau gerne empfehlend an.

Kooperation katholischer Mädchenschule mit der Deutschen Bank

Das Verhältnis zwischen Schulen und Geldinstituten beobachte ich schon lange mit Sorge. Einerseits und vor allem wird das Zinseszinssystem mit einer Selbstverständlichkeit gelehrt, die dessen spätere Infragestellung sehr erschwert. In einer Volksschule, die ich besucht habe (und sicher nicht nur dort), war es selbstverständlich, dass einmal monatlich ein Herr von der Sparkasse kam und unsere Sparbüchsen leerte, mit der für uns erfreulichen Verheißung, dass die eingezahlten Beträge während ihrer Hinterlegung "wachsen" würden.

Dass dergleichen keine längst überholte Vergangenheit ist, belegt ein Bericht der Neuen Westfälischen Zeitung vom 16. Juni 2010, nach dem das Paderborner katholische Mädchengymnasium St. Michael eine Kooperation mit der Deutschen Bank eingegangen ist, deren Ziel es sei, den Schülerinnen "ausgewählte finanzwirtschaftliche Themen zu vermitteln und auf diesem Weg ihre Basiskompetenzen in den Bereichen Finanzen und Wirtschaft zu fördern bzw. zu intensivieren." Die Zeitung hat ihren Bericht (noch) nicht online gestellt, wohl aber das Gymnasium einen solchen stolz auf seiner Homepage. Klaus Lauck, aufmerksamer Teilnehmer der Mailingliste des Internationalen Versöhnungsbundes, ist mit dieser Art von Zusammenarbeit nicht einverstanden und hat einen Leserbrief (PDF) geschrieben, mit dem er dagegen protestiert, dass die Schule mit einer Bank kooperiert, gegen deren  Geschäftspolitik beispielsweise "Ordensleute für den Frieden" und kritische Aktionäre und Umweltverbände protestieren. Sein Brief wurde abgedruckt; er hat auch hier Aufmerksamkeit verdient.

Anselm Rapp

Die CGW auf dem Ökumenischen Kirchentag München – Rückblick


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Umgeben von den Ständen Humane Wirtschaft, INWO und Regionalgeld konnten wir an unserem Stand wieder viele interessante Gespräche führen. Der auf die aktuelle Situation angepasste Schriftzug

Christen für gerechte Wirtschaftsordnung (CGW) e.V.
2008 ist eine Finanzblase geplatzt. Wann platzt die nächste Blase?

lockte viele Vorbeigehende, doch einen Blick auf die Plakate zu werfen.

Hier finden Sie die Vorplanung der Standwände und Bilder vom Stand.

Einige schauten sich nur die Plakate mit den erklärenden Texten an, andere fragten nach und ließen sich die Zusammenhänge erklären. Vielen waren die Themen schon bekannt. Sie fragten nach, was es Neues gibt, oder hatten spezielle Fragen zu den Plakaten, um sie z.B. bei eigenen Vorträgen verwenden zu können.

Immer wieder ergeben sich auch Gespräche mit Betreuern benachbarter Stände. Hier finden Sie Bilder der Umgebung.

Was ist z.B. der Unterschied zwischen CGW und INWO? Dazu kann man vieles ausführen. Sichtbar war der Unterschied diesmal durch die 9,5 Thesen – www.9komma5thesen.de –, die Teil unseres Standes waren. Wir Christen haben – neben allen weltlichen Argumenten – ein weiteres Argument für eine gerechte Wirtschaftsordnung: Wir befolgen damit Gottes Gebote! Das verbindet uns übrigens mit Juden und Moslems.

Oder die Diskussion mit einem Vertreter des Grundeinkommens (Teil des Regio-Standes gegenüber) – grundeinkommen-muenchen.de –. Wird sich nach Einführung eines auskömmlichen Grundeinkommens eine gerechte Wirtschaftsordnung nicht automatisch einstellen, da die Menschen nicht mehr unter Erwerbszwang stehen und mehr Selbstbewusstsein entwickeln? Wir tauschen interessante Argumente aus, kommen zu keinem konkreten Ergebnis, merken aber doch, dass soziale Grundsicherung etwas anderes ist als Regeln zum Umgang mit Geld, Boden und Ressourcen.

Aufschlussreich auch der Austausch über die Aktionen von Pater Anselm Grün – siehe unten –, dessen
Schriften an einem Stand zum Verkauf auslagen. Auf seine Spekulationsgeschäfte angesprochen war
die Antwort, Grüns Finanzgeschäfte seien bekannt, aber es sei Aufgabe der Politik, so etwas zu verbieten.
Warum solle er so etwas nicht tun, so lange es erlaubt ist? Ich habe das Gespräch nicht weiter
vertieft, mir aber die Frage gestellt, wie die Politik etwas ändern kann, was die große Mehrheit für richtig
hält und deswegen tut.

Alternative Ansätze unerwünscht

Leider haben Kirchentage auch Schattenseiten. Aktive alternative Gruppen und Netzwerke erfahren immer wieder, dass wirklich alternative Ansätze nicht erwünscht sind und deswegen gar nicht erst ins Programm aufgenommen werden. Miterlebt haben  wir das bei den Bemühungen des Netzwerks Ökumenischer Kirchentag, Veranstaltungen um den Aufruf "Fair teilen statt sozial spalten" anzubieten. Das ÖKT-Netzwerk hat deswegen am Kirchentag eine Unterschriftenaktion gestartet, die bis zum Buß- und Bettag fortgesetzt werden soll:

"Wir fordern die Kirchenleitungen auf, eine breite gesellschaftliche Diskussion zu entfachen – ohne Rücksicht auf herrschende Interessen und Machtstrukturen."

Unterschreiben auch Sie! (PDF)

Rudolf Mehl

Pater Anselm Grün und das große Geld

Benediktinerpater Anselm Grün ist als Theologe, insbesondere als Autor über 200 großteils christlich-meditativer und beratender Bücher angesehen und gefragt. Aber er macht auch immer wieder Schlagzeilen zum Thema Geld. Für sich selbst ist er, der das Armutsgelübde abgelegt hat, sehr bescheiden, aber für seinen Orden wird er zum Zocker, und diesbezügliche "Kollegen" mahnt er zwar zur Mäßigung, beruhigt aber zugleich ihr Gewissen. Seine Interviews zum Thema Geld und Spekulation stimmen bedenklich:

Es ist schwer verständlich, dass ein so intelligenter und gefühlvoller Mann der Kirche die christlichen Verbote, Mitmenschen auszubeuten, nicht zu kennen, und die Herkunft von Zins- und Börsengewinnen nicht zu verstehen scheint. Ich habe meinem Vornamensvetter deshalb geschrieben:

Als nach über einem Monat noch keine Antwort gekommen war, entschlossen sich CGW- und andere Gesinnungsfreunde, Pater Anselm durch eine Briefaktion um Antwort zu bitten. Ihre Bereitschaft, dabei mitzumachen, kommentierten sie (Auszüge):

"(Ich habe) das Kreditgeschäft, also dass 'der eine Geld braucht, der andere Geld hat', noch nie als Win-win-Geschäft erlebt." "Vielleicht sollte man ihm auch noch die Schrift von Johannes Ude 'Christentum oder Zinswirtschaft?' mitschicken." "Bei dieser Gelegenheit hielte ich einen dezidierten Hinweis auf die fast schon unglaublich naive resp. unerhört fahrlässige Rezeption des 'Talente-Gleichnisses' von Pater Grün für dringend geboten." "Ich kann vor ihm nur warnen, weil er demagogisch im finanziellen Bereich negative Botschaften verbreitet." "Er verkörpert die Probleme, die wir mit den Orden und Klöstern immer wieder haben. Ohne Zinseinkünfte glaubt man nicht auskommen zu können."

Wenn Pater Grün noch antworten sollte – die Briefaktion fand zum 15. März statt –, wird das hier bekanntgegeben und seine Erlaubnis zur Veröffentlichung erbeten.

Anselm Rapp

Thesenanschlag "9,5 Thesen gegen Wachstumszwang und für ein christliches Finanzsystem"

Am 30.10.2009 um 11 Uhr wurden an der Frankfurter Paulskirche "9,5 Thesen gegen Wachstumszwang und für ein christliches Finanzsystem" angeschlagen. "Zinszahlungen erscheinen heute heiliger als der Gott des Lebens, den die Bibel verkündet. Es ist an der Zeit, dass Christen Alternativen zum gegenwärtigen zinsgestützten Geldsystem entwickeln." So der Aufruf, den Sie im PDF-Format abrufen können. Ein spezieller Internetauftritt ist seit 28.10.2009 freigeschaltet. Siehe auch Veranstaltungen.

Auf der neuen Website evangelisch.de der Evangelischen Kirche begann der Thesenanschlag schon einen Tag zuvor Wellen zu schlagen: Wozu brauchen wir eigentlich Zinsen? Der Artikel selbst ist durchaus zinskritisch, die Kommentare uneinheitlich. Diskutieren und helfen Sie mit!

Reaktionen:

Zur Finanzkrise

Mit der Finanzmarktkrise ist das eingetreten, was die CGW und andere seit vielen Jahren als nahezu unausweichlich vorausgesagt haben. Weit stärker als die gewisse Genugtuung darüber ist nun die Sorge, dass Gesellschaft und Politik aus dieser Erschütterung nicht die richtigen Schlussfolgerungen ziehen, sondern mit einem gigantischen Pflaster zusätzlicher Staatsverschuldung die riesige Seifenblase der Geldvermögen nochmals zu flicken versuchen.

Immerhin ist die internationale Kooperation ein Fortschritt. Doch die bislang angekündigten Schritte zur vorbeugenden Regulierung der Finanzmärkte werden unzureichend bleiben, solange nicht das ganze System in Frage gestellt wird. Handelbares Privateigentum an der Erde und ihren Schätzen sowie an Unternehmen in Kombination mit exponentiell wachsenden Geldvermögen und entsprechenden Schulden machen aus der Wirtschaft weiterhin eine Tributerpressungs- und Plünderungsmaschinerie, die künftigen Generationen die Lebensgrundlagen raubt.

Durch ihre Bildungsarbeit machen die CGW zusammen mit befreundeten Organisationen darauf aufmerksam, welcher Ordnungselemente eine sozial-ökologische Wirtschaft bedarf: Ein Geldwesen, das Zinseszinseffekte vermeidet und eine Nutzungsordnung, die allen Menschen an dieser Erde grundsätzlich gleiche Zugangsrechte gewährt.

Roland Geitmann

Nachhaltige Finanzmarkt-Stabilität

Nachhaltige Finanzmarkt-Stabilität durch systematischen Ausschluss von Vermögensblasen.

Wie systemische Ursachen der globalen Finanzmarkt-Krise durch marktwirtschaftliche Reformen überwunden und ein höheres Maß an Stabilität und Verteilungsgerechtigkeit ohne höheren Staatsanteil gestaltet werden können.

Ein ergänzender und vertiefender Artikel von Ralf Becker im PDF-Format.

Ansprechpartner für diese Seite ist Webmaster Anselm Rapp.