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Hier finden Sie Fundstücke aus dem Internet, die zu unserem Thema passen:
"Wir sind
systemisch zinskritisch"
Familie und Freunde sind wichtiger als ein dickes Konto
Ein (zinsloser) Kredit von Kirche zu Kirche
"Wir
haben noch nicht alles erreicht" Christian Führer gründet eine
Revolutions-Stiftung
"Als Christen wagen wir zu hoffen"
Die Finanzmarktlobby braucht eine
zivile Gegenmacht Sven Giegold, Mitglied des Europäischen Parlaments, schreibt in seinem Aufruf
für eine "Financial Watch": In meinem ersten Jahr im Europaparlament und bei der Beschäftigung mit der
Finanzkrise ist mir noch einmal die Macht der Lobby sehr deutlich in der Praxis
vor Augen geführt worden. Aber anders als beispielsweise im Umwelt- oder
Menschenrechtsbereich fehlt uns in Brüssel auf dem Feld der Finanzmarktpolitik
bisher der zivilgesellschaftliche Gegenpol zu den organisierten Interessen der
Banker und Broker. Deswegen habe ich mich sehr gern der Initiative meines geschätzten
Fraktionskollegen Pascal Canfin MdEP (Les Verts, Frankreich) angeschlossen, der
Banken- und Börsenlobby mit einem Aufruf an die Europäische Zivilgesellschaft
zur Gründung einer oder mehrerer Nicht-Regierungsorganisationen für eine
effiziente und gerechte Regulierung und Aufsicht das dringend benötigte
Gegengewicht zu schaffen. Erfreulicherweise ist es Pascal, anderen KollegInnen und mir gelungen,
dazu eine breite parteiübergreifende Unterstützung im Wirtschafts- und
Währungsausschuss (ECON) des Europäischen Parlaments zu finden. Unterzeichnet haben neben uns Grünen die Ausschuss-KoordinatorInnen der
Fraktionen von EPP (Konservative), S & D (Sozialdemokraten), ALDE (Liberale) und
GUE-NGL (Linkssozialisten). Jetzt bitte ich Euch um Mithilfe: macht diesen Appell bekannt, unterstützt
ihn mit Eurer Unterschrift und leitet ihn weiter. Besonders schön wäre es, wenn Ihr den Aufruf an die Bundes- und
Landtagsabgeordneten aus Eurer Region weitersendet. Den Text des Aufrufs in
verschiedenen Sprachen, die Liste der Erstunterzeichnenden, weitere
Informationen und die Möglichkeit, selbst mit zu zeichnen, findet Ihr unter: Bitte beteiligt Euch und helft mit, das Casino unter
demokratischeKontrolle zu bekommen! Die CGW schließen sich dem Aufruf an jedermann und -frau gerne empfehlend an. Kooperation katholischer Mädchenschule mit der Deutschen Bank Das Verhältnis zwischen Schulen und Geldinstituten
beobachte ich schon lange mit Sorge. Einerseits und vor allem wird das
Zinseszinssystem mit einer Selbstverständlichkeit gelehrt, die dessen spätere
Infragestellung sehr erschwert. In einer Volksschule, die ich besucht habe (und
sicher nicht nur dort), war es selbstverständlich, dass einmal monatlich ein
Herr von der Sparkasse kam und unsere Sparbüchsen leerte, mit der für uns erfreulichen
Verheißung, dass die eingezahlten Beträge während ihrer Hinterlegung
"wachsen" würden. Dass dergleichen keine längst überholte Vergangenheit ist,
belegt ein Bericht der Neuen Westfälischen Zeitung vom 16. Juni 2010, nach dem
das Paderborner katholische Mädchengymnasium St. Michael eine Kooperation mit
der Deutschen Bank eingegangen ist, deren Ziel es sei, den Schülerinnen
"ausgewählte finanzwirtschaftliche Themen zu vermitteln und auf diesem Weg ihre
Basiskompetenzen in den Bereichen Finanzen und Wirtschaft zu fördern bzw. zu
intensivieren." Die Zeitung hat ihren Bericht (noch) nicht online gestellt, wohl
aber das Gymnasium einen solchen stolz auf seiner
Homepage. Klaus Lauck, aufmerksamer Teilnehmer der Mailingliste des
Internationalen Versöhnungsbundes, ist mit dieser Art von Zusammenarbeit nicht
einverstanden und hat einen
Leserbrief (PDF)
geschrieben, mit dem er dagegen protestiert, dass die Schule mit
einer Bank kooperiert, gegen deren Geschäftspolitik beispielsweise
"Ordensleute für den Frieden" und kritische Aktionäre und Umweltverbände
protestieren. Sein Brief wurde abgedruckt; er hat auch hier Aufmerksamkeit
verdient. Anselm Rapp
Die CGW auf
dem Ökumenischen Kirchentag München – Rückblick
Umgeben von den Ständen Humane Wirtschaft, INWO und
Regionalgeld konnten wir an unserem Stand wieder viele interessante Gespräche
führen. Der auf die aktuelle Situation angepasste Schriftzug Christen für gerechte Wirtschaftsordnung
(CGW) e.V. lockte viele Vorbeigehende, doch einen Blick auf die
Plakate zu werfen. Hier finden Sie die
Vorplanung der Standwände und Bilder vom Stand. Einige schauten sich nur die Plakate mit den erklärenden
Texten an, andere fragten nach und ließen sich die Zusammenhänge erklären.
Vielen waren die Themen schon bekannt. Sie fragten nach, was es Neues gibt, oder
hatten spezielle Fragen zu den Plakaten, um sie z.B. bei eigenen Vorträgen
verwenden zu können. Immer wieder ergeben sich auch Gespräche mit Betreuern
benachbarter Stände. Hier finden Sie
Bilder der
Umgebung. Was ist z.B. der Unterschied zwischen CGW und INWO? Dazu
kann man vieles ausführen. Sichtbar war der Unterschied diesmal durch die 9,5
Thesen –
www.9komma5thesen.de –, die Teil unseres Standes waren. Wir Christen haben –
neben allen weltlichen Argumenten – ein weiteres Argument für eine gerechte
Wirtschaftsordnung: Wir befolgen damit Gottes Gebote! Das verbindet uns übrigens
mit Juden und Moslems. Oder die Diskussion mit einem Vertreter des Grundeinkommens
(Teil des Regio-Standes gegenüber) –
grundeinkommen-muenchen.de –. Wird sich nach Einführung eines auskömmlichen
Grundeinkommens eine gerechte Wirtschaftsordnung nicht automatisch einstellen,
da die Menschen nicht mehr unter Erwerbszwang stehen und mehr Selbstbewusstsein
entwickeln? Wir tauschen interessante Argumente aus, kommen zu keinem konkreten
Ergebnis, merken aber doch, dass soziale Grundsicherung etwas anderes ist als
Regeln zum Umgang mit Geld, Boden und Ressourcen. Aufschlussreich auch der Austausch über die Aktionen von
Pater Anselm Grün – siehe unten –, dessen Alternative Ansätze unerwünscht Leider haben Kirchentage auch Schattenseiten. Aktive
alternative Gruppen und Netzwerke erfahren immer wieder, dass wirklich
alternative Ansätze nicht erwünscht sind und deswegen gar nicht erst ins
Programm aufgenommen werden. Miterlebt haben wir das bei den Bemühungen
des Netzwerks Ökumenischer
Kirchentag, Veranstaltungen um den Aufruf "Fair teilen statt sozial spalten"
anzubieten. Das ÖKT-Netzwerk hat deswegen am Kirchentag eine
Unterschriftenaktion gestartet, die bis zum Buß- und Bettag fortgesetzt
werden soll: "Wir fordern die Kirchenleitungen auf, eine breite
gesellschaftliche Diskussion zu entfachen – ohne Rücksicht auf herrschende
Interessen und Machtstrukturen."
Unterschreiben auch Sie! (PDF) Rudolf Mehl Pater Anselm Grün
und das große Geld Benediktinerpater Anselm Grün ist als Theologe,
insbesondere als Autor über 200 großteils christlich-meditativer und beratender
Bücher angesehen und gefragt. Aber er macht auch immer wieder Schlagzeilen zum
Thema Geld. Für sich selbst ist er, der das Armutsgelübde abgelegt hat, sehr
bescheiden, aber für seinen Orden wird er zum Zocker, und diesbezügliche
"Kollegen" mahnt er zwar zur Mäßigung, beruhigt aber zugleich ihr Gewissen.
Seine Interviews zum Thema Geld und Spekulation stimmen bedenklich: Süddeutsche Zeitung, Februar 2008: ''Geld
gefährdet die innere Freiheit'': "Russland-Anleihen ... habe ich für 29
Dollar gekauft und für 170 verkauft." Capital, Januar 2010: "Der
Finanzkapitalismus ist lernfähig": "Ich sehe keine religiöse Begründung für
ein Verbot der Zinsen und Zinseszinsen." Financial Times Deutschland, März 2010: "Kirchenmann
als Anleger: Pater Grüns erstes Investment war eine Iran-Anleihe": "Ich
sehe keinen Gegensatz zwischen Glaube und Börse." Es ist schwer verständlich, dass ein so intelligenter und
gefühlvoller Mann der Kirche die christlichen Verbote, Mitmenschen auszubeuten,
nicht zu kennen, und die Herkunft von Zins- und Börsengewinnen nicht zu
verstehen scheint. Ich habe meinem Vornamensvetter deshalb
geschrieben: Als nach über einem Monat noch keine Antwort gekommen war,
entschlossen sich CGW- und andere Gesinnungsfreunde, Pater Anselm durch eine
Briefaktion um Antwort zu bitten. Ihre Bereitschaft, dabei mitzumachen,
kommentierten sie (Auszüge): "(Ich habe) das Kreditgeschäft, also dass 'der eine Geld
braucht, der andere Geld hat', noch nie als Win-win-Geschäft erlebt."
"Vielleicht sollte man ihm auch noch die Schrift von
Johannes Ude
'Christentum oder Zinswirtschaft?' mitschicken." "Bei dieser Gelegenheit hielte
ich einen dezidierten Hinweis auf die fast schon unglaublich naive resp.
unerhört fahrlässige Rezeption des 'Talente-Gleichnisses' von Pater Grün für
dringend geboten." "Ich kann vor ihm nur warnen, weil er demagogisch im
finanziellen Bereich negative Botschaften verbreitet." "Er verkörpert die
Probleme, die wir mit den Orden und Klöstern immer wieder haben. Ohne
Zinseinkünfte glaubt man nicht auskommen zu können." Wenn Pater Grün noch antworten sollte – die Briefaktion
fand zum 15. März statt –, wird das hier bekanntgegeben und seine Erlaubnis zur
Veröffentlichung erbeten. Anselm Rapp
Thesenanschlag "9,5 Thesen gegen
Wachstumszwang und für ein christliches Finanzsystem"
Am 30.10.2009 um 11 Uhr wurden an der Frankfurter Paulskirche "9,5 Thesen gegen
Wachstumszwang und für ein christliches Finanzsystem" angeschlagen.
"Zinszahlungen erscheinen heute heiliger als der Gott des Lebens, den die Bibel
verkündet. Es ist an der Zeit, dass Christen Alternativen zum gegenwärtigen
zinsgestützten Geldsystem entwickeln." So der
Aufruf, den Sie im
PDF-Format abrufen können. Ein spezieller
Internetauftritt ist seit
28.10.2009 freigeschaltet. Siehe auch
Veranstaltungen.
Auf der neuen Website evangelisch.de der Evangelischen Kirche begann der
Thesenanschlag schon einen Tag zuvor Wellen zu schlagen:
Wozu brauchen wir eigentlich Zinsen? Der Artikel selbst ist durchaus
zinskritisch, die Kommentare uneinheitlich. Diskutieren und helfen Sie mit!
Reaktionen:
evangelisch.de:
Der schwierige Weg in ein christliches Finanzsystem (23.03.2010)
NDR Kultur (Link zur
Startseite): "Glaubenssachen – Die Unsterblichkeit des
Goldenen Kalbs. Über das Zinsverbot in den Religionen. Von Mathias Greffrath".
Manuskript (PDF)
und
Podcast (© NDR) (17.01.2020)
jesus.ch:
"Christen sollten aus aktuellem Finanzsystem aussteigen" (09.11.2009)
evangelisch.de:
Diskussion um Zinsverbot: EKD-Finanzchef skeptisch (31.10.2009)
Unterguggenberger Institut Wörgl:
Initiativkreis 9,5: raus aus dem Zinssystem (30.10.2009)
Frankfurter Rundschau FR-Online:
Mit Luther gegen Zinsen (29.10.2009)
Die Presse
(Wien): Marginalien: Vorwärts zum christlichen Finanzsystem! (29.10.2009)
die.regionale.zeitung.de Lüneburg/Süderelbe: Thesenanschlag 30.10.
Paulskirche Frankfurt(29.10.2009)
bewegung.taz.de: Thesenanschlag (29.10.2009)
glaubenslust – Die katholische Erlebniswelt: "Zweitwährung" für Kirchen
gefordert (28.10.2009)
Liborius.de "Zweitwährung» für Kirchen gefordert" (28.10.2009) Mit der Finanzmarktkrise ist das eingetreten, was die CGW
und andere seit vielen Jahren als nahezu unausweichlich vorausgesagt haben. Weit
stärker als die gewisse Genugtuung darüber ist nun die Sorge, dass Gesellschaft
und Politik aus dieser Erschütterung nicht die richtigen Schlussfolgerungen
ziehen, sondern mit einem gigantischen Pflaster zusätzlicher Staatsverschuldung
die riesige Seifenblase der Geldvermögen nochmals zu flicken versuchen. Immerhin ist die internationale Kooperation ein
Fortschritt. Doch die bislang angekündigten Schritte zur vorbeugenden
Regulierung der Finanzmärkte werden unzureichend bleiben, solange nicht das
ganze System in Frage gestellt wird. Handelbares Privateigentum an der Erde und
ihren Schätzen sowie an Unternehmen in Kombination mit exponentiell wachsenden
Geldvermögen und entsprechenden Schulden machen aus der Wirtschaft weiterhin
eine Tributerpressungs- und Plünderungsmaschinerie, die künftigen Generationen
die Lebensgrundlagen raubt. Durch ihre Bildungsarbeit machen die CGW zusammen mit
befreundeten Organisationen darauf aufmerksam, welcher Ordnungselemente eine
sozial-ökologische Wirtschaft bedarf: Ein Geldwesen, das Zinseszinseffekte
vermeidet und eine Nutzungsordnung, die allen Menschen an dieser Erde
grundsätzlich gleiche Zugangsrechte gewährt. Roland Geitmann
Nachhaltige
Finanzmarkt-Stabilität
Nachhaltige Finanzmarkt-Stabilität durch systematischen Ausschluss von
Vermögensblasen. Wie systemische Ursachen der
globalen Finanzmarkt-Krise durch marktwirtschaftliche Reformen überwunden und
ein höheres Maß an Stabilität und Verteilungsgerechtigkeit ohne höheren
Staatsanteil gestaltet werden können. Ein
ergänzender und vertiefender
Artikel von Ralf Becker im PDF-Format.
Ansprechpartner für diese Seite ist Webmaster
Anselm Rapp. |